Kampf dem Wasser
Im Spreewald zu Hause, Ausgabe März 2011, NetPR
Mit zwei eigenen Pegeln prüft die GWG seit sieben Jahren in der Geschwister-Scholl-Straße und der Werner-Seelenbinder-Straße den Grundwasserstand. „Die dort gemessenen Werte zeigten uns bereits mehrmals, dass unser Grundwasser in Lübbenau mit dem Stand in den damaligen Bauplänen von ca. 40 – 70 cm Unterkante Kellerfußboden wohl nicht mehr lange im Einklang ist.“, so GWG-Vorstand, Holger Siebert.
Diese Erkenntnis im Hintergrund, schloss sich die Genossenschaft vor vier Jahren der Bürgerinitiative „Grundwasser“ (BI) an. Der GWG war klar, dass steigende Wasserstände neben den privaten Hausbesitzern auch bald den Bestand der Wohnungsunternehmen in der Stadt treffen werden. Daher ist die Mitarbeit daran, zügig eine Lösung für den besseren Abfluss des Wassers in der Region zu finden, selbstverständlich.
Dennoch wurde auch die Genossenschaft, wie nahezu alle in der Region, von der jetzt eingetretenen Wassermasse überrascht. Wasser floss aus den Gullys auf die Straßen, drückte in die Keller. Hinzu kam Regenwasser, das über die gesättigten Rasenflächen durch die Fugen der Kellerwände rann. Viele hatten ihre im Keller gelagerten Dinge nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Wasser floss über den Kellerboden auch in die Aufzugsschächte und verursachte Schäden an der Elektrik. Einige Aufzüge mussten vorübergehend stillgelegt werden.
Der Kampf begann
Tag und Nacht wurde fortan an der Trockenlegung der Keller gearbeitet. Die Genossenschaft handelte mit dem technisch wie personell Machbaren. Pumpen wurden gekauft und Tankwagen zum Abtransport des Wassers geordert, denn ein Versickern vor Ort war oft weder sinnvoll noch möglich. Sandsäcke sicherten die Aufzugsschächte im Keller vor wiederholtem Wassereinbruch. Neben den Mitarbeitern der GWG und den beauftragten Firmen fassten viele Genossenschaftler beherzt mit an. Einige stellten sich sogar freiwillig als Pumpenwächter zur Verfügung, was auch Nachtschichten einschloss. Bei unveränderter Grundwassersituation war es eine Sisyphusarbeit.
Ein alter Graben bringt Ärger
Nun zeigte sich auch Stadtgeschichte. Alte Fotos belegen: Die am stärksten vom Wasser betroffenen GWG-Häuser in der Richard-Wagner- und Werner-Seelenbinder-Straße wurden über einem zugeschütteten eiszeitlichen Graben errichtet. Durch den verdichteten Boden sammelte sich hier offensichtlich das Wasser zuerst und blieb auch besonders lange.
Was bleibt
Jetzt ist es erst einmal geschafft.
Das Wasser ist nur noch Feuchtigkeit in den Wänden. Zurückbleiben werden
vorübergehend Rost, Schimmel und Moder sowie die Erkenntnis nicht
zuletzt bei Politik und den wasserwirtschaftlichen Akteuren, dass
dringender Handlungsbedarf besteht.


