Die Suppeninsel

Auch dieses Mal können wir unsere Reihe fortsetzen und Ihnen einen Lübbenauer Gründer vorstellen. „Die Suppeninsel“ in der Straße des Friedens 22 hat seit Anfang Februar die Lübbenauer Gastroszene um viele leckere Ideen bereichert. Und einige von Ihnen kennen bestimmt die beiden Gründer.

Doreen Neugärtner (49) und Paul Schulz (35) arbeiteten viele Jahre gemeinsam im Schlossrestaurant, bevor die Freunde ihr eigenes Projekt realisierten. Eine städtische Ausschreibung im Jahr 2016, in der neue Betreiber für das Gasthaus „Wotschofska“ gesucht wurden, war der Auslöser, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Im Nachhinein betrachtet, lachen die beiden über diese erste gemeinsame Anstrengung, die „nicht ganz perfekt“ war und die an ihnen vorbei ging. Immerhin sind sie von 26 Bewerbern unter die ersten sechs gekommen.

Um in Zukunft besser vorbereitet zu sein, besuchten beide Workshops der Gründerwerkstatt im Gründungszentrum Lausitz. Anschließend wurde ihnen ein Unternehmensberater aus dem Gastrobereich zur Seite gestellt, der richtig gut war. Und zwei Jahre nach dem ersten Versuch kam die zweite Chance: Im Juli 2018 wurde ein neuer Pächter für das Restaurant im Erdgeschoss des Hochhauses in der Straße des Friedens 22 gesucht. Der alte Pachtvertrag lief aus und der vorherige Pächter wollte sich auf seinen Heimatstandort konzentrieren. Zusammen mit dem Coach wurde ein völlig neues Konzept erdacht, das sehr gut ankam, und ab dann ging alles rasant schnell. Bereits am 5. September 2018 war der Banktermin. Fast täglich hat sich das zukünftige „Suppeninsel-Team“ getroffen, um alle Punkte abzuhaken. Dann kam die Kreditzusage und die Möbel konnten bestellt werden. Ein tolles Gefühl. Nach der Schlüsselübergabe am 3. Januar 2019 blieben nur noch knapp vier Wochen bis zur Eröffnung, das war sportlich! Gut eine Woche wurde zur Probe gekocht, um den ersten Speiseplan zu kreieren. Ohne die Familien hätte alles nicht geklappt. Und am 1. Februar 2019 war es dann so weit: „Die Suppeninsel“ hatte eröffnet. Viele kamen und waren begeistert, denn das Angebot war völlig anders als gewohnt.

In der Suppeninsel werden vielfältige, sehr schmackhafte und hierzulande oft unbekannte Suppen gekocht. Die Rezepte kommen von überall, von der Oma, aus dem Internet und vor allem aus eigenen Ideen. Dabei werden alle Varianten erst einmal genau probiert. Über 300 Suppen wurden schon gekocht. Nur wenige davon finden sich nicht in der Karte wieder. Diese Erfahrungen machen mutiger, denn fast alle Gerichte lassen sich zu guten Suppen umfunktionieren, bestätigen beide „Suppenköche“. Nach den bisher beliebtesten Suppen befragt, nennen sie die Pizzasuppe mit dunklem Brot, die Dönersuppe, die Bratwurstsuppe, die Pizza-Hawaii-Suppe mit Pizzabrötchen und die internationalen Suppen wie die afrikanische Erdnusssuppe, die nigerianische Pfeffersuppe, Lablabi, Schtschi und die ägyptische Hähnchenzitronensuppe. Selbstgebackener Kuchen, verschiedene Kaff eespezialitäten, Plinsen und leckere Limonaden ergänzen das Angebot. Eine Herausforderung bei den internationalen Suppen ist es, hier die teils ungewöhnlichen Gewürze und Gemüsesorten zu bekommen. Da viele Gewürze ja Gewürzmischungen sind, wird in der Suppeninsel öfter selbst gemischt. Ansonsten wird versucht, die Rohstoff e und Zutaten möglichst regional zu erwerben oder selbst anzubauen. Der Kaff ee kommt beispielsweise aus der Cottbuser Kaff eerösterei, das Brot mit richtigem Sauerteig von der Calauer Bäckerei Rietze und das meiste Gemüse aus dem eigenen Garten. Erstaunt gefragt, wie das geht, antworten beide: „Wir haben ja noch das Wochenende!“ Natürlich helfen die Familienangehörigen. Weitere Handelsbeziehungen mit regionalen Erzeugern werden gerade geknüpft und ausprobiert.

Die Suppen können im Restaurant gegessen oder mitgenommen werden. Für Letzteres gibt es auch ein hübsches Mehrweggefäß, das man dort erwerben kann. Zu Geburtstagen, Firmen- und Familienfeiern wurde auch schon geliefert. Und der aktuelle Speiseplan wird auf der Website immer freitags für die kommende Woche veröff entlicht. Nach den Zukunftsplänen befragt, wollen Doreen Neugärtner und Paul Schulz ihre geschäftliche Silberhochzeit erleben und die Suppe populärer machen. In der näheren Zukunft wollen die beiden immer samstags vom 1. November 2019 bis zum 31. März 2020 (in der Suppeninsel-Winterzeit) von 12:00 bis 17:00 Uhr das Angebot wie zu den Feiertagen gestalten! Eingeweihte wissen, was gemeint ist. Wer nicht, sollte spätestens dann einmal reinschauen!

Die Suppeninsel

Straße des Friedens 22
03222 Lübbenau/Spreewald
Tel: 03542 8871788
www.suppen-insel.de

Öffnungszeiten: montags bis freitags 11:00 bis 17:00 Uhr