E-Mobilität in Lübbenau?

Schnellladeparks alle 120 km an den Autobahnen geplant

EDie E-Mobilität ist auf dem Vormarsch, auch wenn man in vielen Medien nichts darüber hört. Bereits 20 000 reine E-Autos sind 2018 in Deutschland zugelassen worden – Tendenz stark steigend. Auf den deutschen und europäischen Autobahnen werden die ersten der 400 bis 2020 geplanten Schnellladeparks eingeweiht. Wie steht es eigentlich mit der E-Mobilität im Tourismushotspot Lübbenau?

Noch beträgt der Anteil an elektrisch angetriebenen Autos bundesweit nur etwa 1 bis 2 %. In zwei Jahren, wenn die großen Hersteller ihre Produktion umgestellt haben werden, viele neue Modelle off erieren werden und wenn die Autobahnen mit E-Tankstellen versorgt sein werden, wird dieser Anteil erheblich höher ausfallen. Regionen, die in zwei Jahren nicht über eine entsprechende Ladeinfrastruktur verfügen, werden weniger attraktiv sein.

 

Noch ist alles im grünen Bereich

Bisher ist alles „im grünen Bereich“, denn Lübbenau verfügt über fünf Ladesäulen, die kaum benutzt werden. Vor der „Pension Am Spreeschlösschen“ steht eine 11-kW-Ladesäule, und vor dem „Spreewelten“-Bad wurden vier Ladepunkte mit jeweils 22 kW installiert. Aber bereits jetzt können Tesla-Fahrer nur in Lübben (150-kW-Säulen) tanken. Für die zu erwartenden E-Modelle von VW, BMW, Mercedes, Audi und Porsche sind ähnlich starke Ladepunkte wie die, die bereits an den Autobahnen entstehen, nötig. SÜLL plant, 50-kW-Ladepunkte an der Autobahnauff ahrt in der Nähe von McDonald’s zu installieren. Leider dauern die dafür nötigen Genehmigungsverfahren noch an. Da von der Planung bis zur Realisierung derart starker Ladepunkte viele Einzelpositionen abzuarbeiten sind, wären schnellere Entscheidungswege hilfreich. Denn gerade in einer Region wie dem Spreewald sollte eine saubere Mobilität gefördert werden!

 

Ladepunkte in Lübbenau

"Spreewelten"-Bad – Alte Huttung

Ladearten: 4 × Typ 2 (22 kW)
Ladekosten: Verschiedenste Anbieter;
siehe Website www.goingelectric.de/stromtankstellen
Ladezeiten: Rund um die Uhr nutzbar

"Pension Am Spreeschlösschen"– Spreestr. 12

Ladearten: 1 × Typ 2 (11 kW)
Ladekosten: 5,00 €
Ladezeiten: Rund um die Uhr nutzbar

 

350-kW-Schnellladeparks alle 120 km bis 2020 geplant

Bei dem Thema Elektromobilität ist natürlich auch die Abdeckung der Fernstrecken mit guten Ladepunkten ein wichtiges Thema. Mit der Eröffnung des ersten deutschen IONITY-Ladeparks im April am rheinland-pfälzischen Standort Brohltal Ost gibt es hier gute Nachrichten. Bereits Ende 2017 nahm das Branchen-Joint-Venture „IONITY“, an dem BMW, Mercedes-Benz, Ford, Audi, Porsche, Tank & Rast sowie Shell gleiche Anteile halten, seine Arbeit auf. Das Gemeinschaftsunternehmen will bis 2020 europaweit rund 400 Schnellladeparks an allen Fernstraßen aufbauen und betreiben. Da sich mit Ausnahme von Tesla alle europäischen Autohersteller auf den Ladestandard „Combined-Charging-System“ (CCS) geeinigt haben, wurde dieses Gemeinschaftsprojekt möglich. Die im Abstand von 120 km stehenden Ladeparks werden mit 350-kW-Ladepunkten ausgestattet, die ein Spannungslevel zwischen 180 und 950 Volt abdecken und so auch niedrigere Ladeleistungen wie 50, 80 oder 150 kW ermöglichen können. Weitere IONITY-Ladeparks mit 350-kW-Säulen sind in der Schweiz, in Dänemark, in Spanien und in Frankreich eröffnet worden.

 

E-Bikes als Firmenräder

Erste Erfahrungen mit der E-Mobilität sammelt das GWG-Team mit seinen E-Bikes. Der Einsatz macht oft das Auto überflüssig, weil auch ein „weites Ziel“ schnell und bequem erreicht werden kann. Das erste Fazit fällt jedenfalls weitgehend positiv aus. So wird der nächste Firmenwagen auch ein E-Auto werden. Ein Vorteil ist aber zugleich ein Manko: Die leisen und schnellen Räder sind oft nicht zu hören und werden so schnell übersehen. Nicht umsonst müssen die Pkw-Hersteller ab Sommer 2019 alle neuen Elektroautos und Hybridfahrzeuge in der EU mit einem akustischen Warnsystem ausstatten.