Ein Rückblick zum Lindenfest

20 Jahre LÜBBENAUBRÜCKE

 Zur 19. Aufl age des Lindenfestes in der Lübbenauer Neustadt luden am 7. September wieder die Stadt, die GWG und die WIS auf den Oer-Erkenschwick-Platz ein

Los ging es um 11:00 Uhr mit dem traditionellen Frühschoppen, der diesjährig von den „Fröhlichen Hechten“ aus Lübbenau, Schlagersänger Andreas Schenker sowie der AWO-Tanzgruppe begleitet wurde. Der Spielmannszug der TSG Lübbenau 63, der in diesem Jahr sein 60. Jubiläum feiert, lud beim anschließenden Umzug gemeinsam mit den Calauer Fanfaren alle Nachbarn auf den Festplatz ein. Ab 13:00 Uhr zeigten vor allem die ganz kleinen Lübbenauer, dass sie Großes auf der Bühne vollbringen können. Mit dabei waren die Mädchen und Jungen der Kitas „Findus“, „Spiel & Spaß“ und „Storchennest“ sowie der Chor der Werner-Seelenbinder-Grundschule. Ästhetisches bot das Tanzstudio „Bella“, Akrobatik die Cheerleader der TSG Lübbenau 63 und Humor Clownin Viola plus Comedy-Akrobat Herr Konrad. Gegen 19:00 Uhr eroberten die „Rock Sleepers“ die Bühne und von 20:00 bis 24:00 Uhr haben die Partyshowband „Two4Fun“ und die DJs „Clip & Clap“ der Party den richtigen Schub verliehen.

Ein Shoppingcenter aus Kartons

Passend zum Thema „30 Jahre Stadtentwicklung“ waren nicht nur Kinder, sondern alle Besucher des Festes aufgerufen, ihre Stadt oder vielleicht nur ein Haus zu bauen. Gemeinsam und nach eigenen Vorstellungen, das war wichtig. Baumaterial in Form von Kartons, Kleber und Farben waren ausreichend vorhanden. Bürgermeister Helmut Wenzel war gespannt darauf, welche Lieblingsgebäude nachgebaut werden. Über 20 Mädchen und Jungen des Paul-Fahlisch-Gymnasiums nahmen die Auff orderung an und bauten ein Shoppingcenter. Auch der Wasserturm des GLEIS 3 Kulturzentrums wurde nachgebaut.

Mit dem Riesenpinsel aus Sachsen

Aktionskünstler Mr. Dark alias Ralf Dunkel ist aus Sachsen angereist. Dunkel, der zwischenzeitlich in Vetschau und Luckau gelebt hat, war zum Brandenburg-Tag 2012 schon einmal mit dem 15 Meter langen und 500 Kilogramm schweren Pinsel zu Gast. Gemeinsam mit Lübbenauer Bürgerinnen und Bürgern wurden 80 quadratische Bilder gemalt, die zusammengesetzt als Mosaik die Entwicklung der ehemaligen Gaststätte „Glück auf“ zum Einkaufszentrum „Kolosseum“ zeigen.

 

Der Ursprung

Organisator des Lindenfestes ist die „LÜBBENAUBRÜCKE“, die 1999 von der Stadt, der GWG und der WIS gegründet wurde, um dem steigenden Wohnungsleerstand zu begegnen. Zum Feiern war den drei Beteiligten seinerzeit überhaupt nicht zumute, als der Braunkohleabbau und die Kraftwerke stillgelegt wurden. Mit dem Verlust von 25  % der Einwohner, besonders in der Neustadt, hatte Lübbenau ein echtes Problem, gegen das etwas getan werden musste. In Abstimmung mit den lokalen Ver- und Entsorgungsunternehmen wurden durch die Kooperationsgemeinschaft von 2000 bis 2002 drei umfassende Konzepte zur wohnungswirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung erarbeitet. Im Ergebnis sind 2400 Wohnungen in der Neustadt teilweise oder vollständig rückgebaut und unzählige komplett verändert worden. Ebenso entstanden zahlreiche neue Grünanlagen, Sport-, Kultur-, Freizeit- sowie Gewerbeeinrichtungen, wie auch das Lindenfest. Durch die LÜBBENAUBRÜCKE wurden auch private Initiativen angeregt, sich an der Stadtumgestaltung zu beteiligen. Hervorzuheben sind hierbei vor allem der Verein „Freunde der Lübbenaubrücke e.V.“, der kleinere gesellschaftliche Projekte fördert, sowie die zahlreichen Arbeitsgruppen, in denen Interessierte innovative Ideen zu den jeweiligen Arbeitsschwerpunkten beitragen können. Auf diese Art und Weise ist es gelungen, aktiv eine große Anzahl der Lübbenauer mit in den Stadtumbauprozess einzubeziehen und dank dieses Pools an Ideen und Projekten eine spürbare Aufwertung der Neustadt zu erreichen.