Erste Ideen für die Turbine

BTU-Studenten zeigen kreative Möglichkeiten des Miteinanders

Die GWG will in der ehemaligen Gaststätte „Turbine“ einen Generationstreff punkt schaffen, Appartements und Wohngemeinschaften mit Seniorenbetreuung einrichten sowie den großen Saal nutzen.

Da Objekt und Lage viele Möglichkeiten eröff nen, hat die GWG vor der eigentlichen Konzepterstellung junge Studierende der BTU Cottbus- Senftenberg nach ihren Ideen befragt. Im Rahmen eines sogenannten Stehgreifs hatten die jungen Architekturstudierende 14 Tage Zeit, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Statik, Kosten und Architekturstil waren frei wählbar. Es ging der GWG vor allem um die Nutzungsideen. Dafür lobte diese auch ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 1.000 Euro aus. Die Jury um Projektpate Prof. Ilija Vukorep prämierte drei Arbeiten. Diese und die Entwürfe von Anna Doctor und Tilman Mich wollen wir im Auszug kurz vorstellen.

 

1. Preis // Patricia Cott (500 €)

„Das primäre Ziel des Entwurfes war es, die Turbine baulich freizustellen und durch die neue Bebauung die besondere Anmutung des Bestands zu unterstreichen. Die neuen Körper sollen sich nicht der Bauweise anpassen, sondern deutlich als Neubau lesbar sein. Rückseitig zur Turbine entsteht ein Innenhof, der durch die neuen Gebäude mit Wohnnutzung gefasst wird (…). Öffentliche Großveranstaltungen können im Saal der Turbine abgehalten werden. Dazu gibt es ausreichend Sanitäranlagen, einen Garderobenbereich und eine Küche. Der Saal und das Foyer funktionieren sowohl getrennt voneinander als auch in Verbindung.“

2. Preis // Maximilian Heimann (300 €)

„Für das Projekt ‚Hexa-Islands‘ wird die Bausubstanz der ehemaligen Turbine stark reduziert. Lediglich der Rohbau der Haupthalle bleibt erhalten und stellt als multifunktional nutzbarer Solitärbau den historischen Bezug der ehemaligen Gaststätte dar. Als Nachnutzungskonzept wird über das gesamte Grundstück eine hexagonale Netzstruktur gelegt. In diesem Raster können im ‚Baukastenprinzip‘ sechseckige ‚Tinyhousestrukturen‘ frei aufgestellt werden. Die modular geplanten Häuser haben eine Grundstruktur, welche beliebig aneinander gereiht bzw. übereinander gestapelt werden können. Auch die Fassadenelemente basieren auf einem modularen Prinzip. Als Material wird bewusst auf den Rohstoff Holz als nachhaltiges Produkt und CO2-Speicher gesetzt.“

3. Preis // Yulia Voshchina (200 €)

Dieser Entwurf setzt auf zwei kleine umbaute Innenhöfe und damit auf eine kleinteiligere Struktur, bestehend aus Wohn-, Gemeinschafts- und Multifunktionsräumen. Auch hier wird der bestehende Baukörper verändert und vielfältig durch kleinere Neubauten ergänzt. Ein Mix aus ein- und zweigeschossiger Bauweise wird vor allem durch deckenhohe und durchgehende Fensterbereiche dominiert. Der Saal soll in die multifunktionale Struktur integriert werden.

 

Anna Docter: „Das städtebauliche Konzept orientiert sich an der Umgebung und den Funktionen der benachbarten Grundstücke und der Idee eines lebendigen Generationstreff punkts. Der Saal und Grundkorpus bleiben erhalten, werden jedoch verkleinert. Der Bestandsbau wird durch einen An- und separaten Neubau ergänzt. In Richtung Westen erfolgt eine schallschutztechnische und architektonische Abgrenzung zu der benachbarten Grabstätte. Terrassen der geplanten Appartements ermöglichen den Blick auf den angrenzenden Park. Konzeptionelle Idee ist die Entstehung eines Innenhofs, der als Begegnungsstätte und Erweiterung des erhaltenen Saals verstanden werden soll.“

Tilman Miech:  „Auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Turbine in Lübbenau soll aus alten Strukturen neuer Raum für Wohnen, Leben und Genießen entstehen. Aus dem Bestand werden die Halle sowie ein Anbau erhalten. Andere Nebengebäude werden abgerissen. Die Steine aus dem abgerissenen Mauerwerk werden auf das bestehende Stockwerk mit einen Grundriss aus Bad und Schlafzimmer sowie einem Balkon aufgemauert. Im Erdgeschoss soll Wohnen sowie eine Kitchenette entstehen. Es entsteht auf einer Grundfl äche von vier mal sieben Metern ein kompaktes ‚Tiny House‘ für ein bis zwei Personen. Bei mehr Platzbedarf können Einheiten problemlos kombiniert werden (…). Die Anreihung der Häuser bildet eine natürliche Trennung vom Hof und dem nordwestlich gelegenen Friedhof. In dem Hof zwischen Restaurant und den Wohngebäuden wird ein urbaner Garten angelegt, dieser dient zum Anbau von frischem Gemüse und Obst für die Anwohner.“

 

Alle Arbeiten sollen den beauftragten Architekten zur Ideenfindung dienen und werden entsprechend weitergereicht. Eine Umsetzung wird nicht 1 : 1 so, wie vorgestellt, erfolgen. Kosten und Nutzen müssen, wie immer bei der GWG, im Einklang sein. Allerdings konnte der Blick von außen wichtige Ideen entwickeln, die vor allem in Sachen Gemeinsamkeit gut nutzbar sind.