Europäische Wohnungsbaugenossenschaft gegründet

ZIEL: Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Ballungsstädten europaweit

Ein europäisches Netzwerk von Genossenschaftsinteressierten will neue Wege gehen, um Wohnraum in den Ballungsstädten europaweit wieder bezahlbar zu machen. So ist erstmals am 11. Mai 2018 eine Wohnungsbaugenossenschaft nach europäischem Recht (Societas Cooperativa Europaea, kurz SCE) gegründet worden. Ein Gründungsmitglied ist auch GWG-Vorstandssprecher Holger Siebert aus.

Warum sich Holger Siebert auch europaweit engagiert, formuliert er so: „Die Zahl der Einwohner in den Metropolen Europas nimmt deutlich zu. In Berlin stieg die Bevölkerung zwischen 2011 und 2016 um 244 000 Personen. Nach Wien zogen in diesem Zeitraum rund 137 000 Personen, und Amsterdam hatte ein Zuwachs von 55 000 Personen. Prognosen weisen in diesen Städten für die nächsten zwei Dekaden auf weitere deutliche Anstiege hin. Die Immobilienpreise und Mieten sind für viele Menschen bereits heute sehr hoch und werden in der Folge tendenziell Gentrifizierungsprozesse verstärken. Diese unerfreulichen Entwicklungen zeigen deutliche Parallelen zu Gründungswellen von Wohnungsbaugenossenschaften in Europa zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts sowie zu den 50er-Jahren in der damaligen DDR.“

Gemeinsam mit Gleichgesinnten aus ganz Europa ist die SCE gegründet worden, um sowohl die Entwicklung konkreter Lösungsansätze für die Wohnungsversorgung breiter Bevölkerungsschichten zu ermöglichen, als auch innovative „Nischenprojekte“ wie Mehrgenerationen, Wohngemeinschaften, Smart Living oder Clusterformen zu entwickeln. Im Vordergrund sollen dabei ein gegenseitiges Lernen und Kooperieren, das Bündeln von Kompetenzen, eine gemeinsame Projektentwicklung und die Nutzung von Synergieeffekten durch übergreifendes Management stehen. SCE erst seit 2003 europaweit möglich Im Jahr 2003 ist durch die Europäische Kommission eine Verordnung zur Europäischen Genossenschaft verabschiedet worden, die dann alle Mitgliedsstaaten in ihre nationale Gesetzgebung übernommen haben. Diese hat erst den Weg dafür eröffnet. Die Bedingungen sind einfach: Zur Gründung werden lediglich fünf Mitglieder aus zwei EU-Ländern benötigt. Die Rechnungslegung und die steuerlichen Rahmenbedingungen unterliegen dem am Geschäftssitz geltenden Recht, und die Aufsicht hat der BBU mit Sitz in Berlin.

Gemeinsam mit Gleichgesinnten aus ganz Europa ist die SCE gegründet worden, um sowohl die Entwicklung konkreter Lösungsansätze für die Wohnungsversorgung breiter Bevölkerungsschichten zu ermöglichen, als auch innovative „Nischenprojekte“ wie Mehrgenerationen, Wohngemeinschaften, Smart Living oder Clusterformen zu entwickeln. Im Vordergrund sollen dabei ein gegenseitiges Lernen und Kooperieren, das Bündeln von Kompetenzen, eine gemeinsame Projektentwicklung und die Nutzung von Synergieeffekten durch übergreifendes Management stehen.

SCE erst seit 2003 europaweit möglich
Im Jahr 2003 ist durch die Europäische Kommission eine Verordnung zur Europäischen Genossenschaft verabschiedet worden, die dann alle Mitgliedsstaaten in ihre nationale Gesetzgebung übernommen haben. Diese hat erst den Weg dafür eröffnet. Die Bedingungen sind einfach: Zur Gründung werden lediglich fünf Mitglieder aus zwei EU-Ländern benötigt. Die Rechnungslegung und die steuerlichen Rahmenbedingungen unterliegen dem am Geschäftssitz geltenden Recht, und die Aufsicht hat der BBU mit Sitz in Berlin.

Pilotprojekt in Berlin
Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick sollen 14 Wohnungen in einer flächenund ressourcenschonenden Bauweise mit effizienten und funktionalen Grundrissen sowie regenerativen Baustoffen entstehen. Das Gebäude soll für unterschiedliche Generationen, Lebensstile und Haushaltsformen bewohn- und bezahlbar sein. Gemeinschaftsflächen und -einrichtungen sind durch bereits bestehende Angebote des Generalmieters in der näheren Umgebung vorhanden. Der anvisierte Baubeginn ist für Anfang 2019 geplant, und die Fertigstellung soll in der ersten Hälfte 2020 erfolgen. Projektbegleitend sind Gespräche über weitere Projekte in Wien und Amsterdam vorgesehen.