Städtebaulicher Ideenwettbewerb für die „Turbine“

Inmitten der Lübbenauer Neustadt sollen die ehemalige Speisegaststätte „Turbine“ sowie das angrenzende Umfeld umgenutzt und zu einem neuen Wohnstandort entwickelt werden. Für insgesamt rund vier Mio. Euro entstehen in der Goethestraße 10 bis 2025 zwölf hochwertige Mietwohnungen mit großzügigen Gemeinschaftsflächen im Innen- und Außenbereich. Räumlich befindet sich das Areal am Rande eines bestehenden Wohngebiets, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kindertagesstätte „Diesterweg“, zum Nahversorgungszentrum „Roter Platz“ sowie zum gräflichen Erbbegräbnis zu Lynar.

Die Gemeinschaftliche Wohnungsbaugenossenschaft der Spreewaldstadt Lübbenau eG (GWG) hat Ende 2019 fünf ausgewählte Architekturbüros aus der Region beauftragt, passende Konzepte für den Standort zu entwickeln. Dabei ging es nicht nur um einen architektonischen Entwurf, sondern auch um Fragen der städtebaulichen Integration, des Energiekonzepts und der attraktiven Freiraumgestaltung. Vorausgegangen ist dem bereits ein Ideenwettbewerb mit Studierenden der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, bei dem 2018 eine grundsätzliche Vision für den Standort entwickelt wurde. Das Gebäude der stadthistorisch wertvollen „Turbine“ wird in seiner äußeren Form weitestgehend erhalten. Dahinter entstehen drei moderne zweigeschossige Neubauten mit einem begrünten Innenhof.

Neuer Wohnkomfort im Herzen der Spreewaldstadt

„Die neuen Wohngebäude werden den Bedürfnissen und Anforderungen von modernem und gemeinschaftlichem Wohnen gerecht, indem sie Begegnungsflächen und Funktionsräume vorsehen und ebenso private Rückzugsmöglichkeiten besitzen“, erklärt GWG-Vorstand Holger Siebert. „Ein besonderer Fokus des Wettbewerbs lag auch auf der Mehrfachnutzung des ehemaligen Saals der Turbine. Das Gebäude wird einen teilöffentlichen Charakter haben und hinsichtlich der sozialen Aktivitäten Mitte und Anker des Wohnquartiers sein“, ergänzt Vorstandsassistent Paul Schlorf.

Im Mai 2020 fand eine Jurysitzung zu den eingereichten Konzepten statt. Dem Preisgericht gehörten neben Holger Siebert, Andreas Rißka und Paul Schlorf von der GWG auch der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel und Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Sven Blümel sowie der erfahrene Cottbuser Architekt Fred Jasinski an. Die Juroren lobten das insgesamt sehr hohe Niveau aller fünf Arbeiten. In einem anonymen Wettbewerbsverfahren wurde schließlich der Siegerentwurf ermittelt. Dabei handelt es sich um das Konzept des Büros „TREBSCHUH TREBSCHUH architektur“ aus Cottbus. Die Jury hob besonders die gelungene Umsetzung eines durchgrünten, innerstädtischen Quartiers und die flexiblen Grundrisslösungen hervor. Die besten Elemente der einzelnen Wettbewerbsbeiträge können von der GWG im Weiteren miteinander kombiniert werden, um ein in sich stimmiges Gesamtkonzept für den Ort zu entwickeln. Mit der Revitalisierung der Turbine wird die GWG einen weiteren Baustein zu einer beachtlichen Lübbenauer Stadtentwicklung hinzufügen und das Wohnungsangebot in der Spreewaldstadt weiter bereichern. Gleichwohl bleibt die Genossenschaft ihren bewährten Grundprinzipien für guten, sicheren und bezahlbaren Wohnen treu.

Der Siegerentwurf wurde der Öffentlichkeit Anfang Juni 2020 im Saal der Turbine präsentiert. Dort waren auch die anderen Wettbewerbsarbeiten zu sehen. Vertreter der GWG, des Preisgerichts und der Wettbewerbsteilnehmer standen Interessierten für Erläuterungen zur Verfügung.

 

Hintergrundinformation:

Die Gaststätte „Turbine“ wurde im Jahr 1959 für die Mitarbeiter des seinerzeit in Lübbenau/Spreewald befindlichen Kraftwerkes anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der DDR erbaut. Sie diente als Speise- und Tanzlokal und hat für viele Menschen in der Region einen hohen emotionalen Wert, da sich mit der Gast-stättennutzung, aber auch an die anschließenden und teilweise parallelen Nutzungen als „Trink- und Tanzlokal“, Imbissrestaurant, Schul- und Kraftwerkskantine, Diskothek und in der Nachwendezeit Nutzung als Veranstaltungs- und Konzertgebäude viele Erinnerungen verbinden. Die „Turbine“ ist unzweifelhaft ein Stück jüngerer Lübbenauer Stadtgeschichte. Seit 2001 steht das Gebäude leer. Neben baulichen Sicherungsmaßnahmen erfolgten durch die GWG auch umfangreiche Bestandsuntersuchungen zur Analyse des Tragwerks- und Materialzustandes. Die Bausubstanz befindet sich in einem guten Zustand.

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